Eine Aktie ist ein Wertpapier, das einen Anteil an einem Unternehmen verbrieft. Die Aktien vieler Unternehmen werden an der Börse gehandelt und unterliegen Kursschwankungen. Damit sind Aktien ein riskantes Investment. Die Aktienanlage als Form der Geldanlage sollte deshalb nur gewählt werden, wenn man sich über die Risiken genau informiert hat und sich dieser Risiken bewußt ist. Sogenannte Basisinformationen über Risiken von Wertpapieren stellen beispielsweise Banken zur Verfügung.
Die langfristige Aktienrendite sollte über der Rendite einer sicheren Anlageform (normalerweise Tagesgeld, Staatsanleihe) liegen, weil sie deutlichen Risiken und Kursschwankungen unterliegt und diesem höheren Risiko eine entsprechende Risikoprämie gegenüberstehen sollte. Diese Überrendite ist aber schwierig zu messen, weil es sehr von dem Start- und Endezeitpunkt der beobachteten Periode abhängt. Im sehr langfristigen Zeitfenster kommen Schwierigkeiten bei der Ermittlung der Aktienrendite durch Handelsunterbrechungen, Hyperinflation, Kriege, Währungsreform usw. hinzu.
Allgemeine Informationen über Aktien gibt es beim Deutschen Aktieninstitut DAI. Eine langfristige Studie zur Aktienrendite von 1870 bis 2004 findet man z.B. mit dieser Google Suche. In Studien über die Aktienrendite wird normalerweise der Gesamtmarkt betrachtet. So eine Studie kommt zum Beispiel für die Aktienanlage im deutschen Markt zu einer nominalen Rendite von ca. 6,5 - 9,5% und zu einer realen Rendite von ca. 4,5 - 6,5% in 'normalen' Zeiträumen. Die meisten Studien kommen für die Nachkriegszeit zu einer Überrendite einer Aktienanlage gegenüber Anleihen von ca. 0,4% bis knapp 3% pro Jahr. Natürlich ist diese langfristige durchschnittliche Überrendite einer Aktienanlage zu einer Anlage in Anleihen im Vergleich zum Aktienverlust in einer Baisse wie vom Hoch 2000 bis zum Tief 2003 von mehr als -70% gering.
Diese langfristige Überrendite ist einer der Gründe dafür, dass die Aktienanlage im Depot unseres Investmentclubs in normalen Zeiten den größten Anteil hat. Ein anderer Grund ist, dass die Gesamtverschuldung und die Staatsverschuldung langfristig nicht stabil zu sein scheint, sondern weiter ansteigt, was eventuell die Währungsstabilität grundsätzlich in Frage stellt. In so einer instabilen Situation sollten Sachwerte wie Unternehmensbeteiligungen (Aktien) besser sein als Anleihen, die einen schuldrechtlichen Anspruch auf Zinsen und Rückzahlung des nominalen Kapitalbetrags darstellen.
In der Kapitalmarkttheorie beziehungsweise in der Portfoliotheorie kann aus Modellen unter bestimmten Annahmen ein optimales Anlegerverhalten abgeleitet werden. Auch wenn die Annahmen nicht vollkommen realitätsnah sind, können aus diesen Modellen Anlageempfehlungen abgeleitet werden.
Harry M. Markowitz hat die Portfoliotheorie aufgestellt. Diese Theorie geht von einem risikoscheuen, rationalen Investor aus, der mit seinem Portfolio eine effiziente Ertrags-Risiko-Kombination erreichen will. Das bedeutet, der Investor sucht zum Beispiel für ein gegebenes Risiko das Depot mit der maximal möglichen Rendite. Die Portfoliotheorie geht von einem vollkommenen Kapitalmarkt aus.
Die Portfoliotheorie unterscheidet zwischen dem systematischen (Gesamtmarkt-)risiko und dem unsystematischen Risiko einzelner Wertpapiere. Dieses unsystematische Risiko lässt sich durch Diversifikation (Streuung auf mehrere Wertpapiere) wegdiversifizieren. Diesem unsystematischen Risiko der einzelnen Wertpapiere steht unter den Annahmen des vollkommenen Kapitalmarktes keine Risikoprämie und keine Möglichkeit, die Überrendite einzelner Wertpapiere zu prognostizieren, gegenüber.
Die Hypothese effizienter Märkte (Efficient Market Hypothesis, EMH) besagt, dass die aktuelle verfügbaren Informationen bereits in den Kursen eingepreist sind und deshalb die Erzielung dauerhafter, nicht-zufälliger Überrenditen nicht möglich ist. Die schwache Form (Information aus der Kurs- und Umsatzentwicklung der Vergangenheit sind eingepreist) der EMH bedeutet, dass mit Technischer Aktienanalyse keine Überrenditen zu erzielen sind. Die mittelstarke Form (alle öffentlichen Informationen sind eingepreist) hätte zur Folge, dass auch mit Fundamentalanalyse keine Gewinne zu erzielen sind, die nicht auf Zufall beruhen. In der starken Form wären auch alle Insiderinformationen bereits in den Kursen enthalten. Die EMH geht also vereinfacht gesagt davon aus, dass Überrenditen nur zufällig durck Glück entstehen. Selbst bei den erfolgreichsten Investoren wie Warren Buffett.
Wir als Gesellschafter in unserem Investmentclub gehen nicht davon aus, dass dies so grundsätzlich stimmt. Allerdings ist die Realität wahrscheinlich erstaunlich nahe an der EMH. Es gibt viele Studien, die belegen, dass der durchschnittliche aktiv gemanagte Aktienfonds den Gesamtmarkt oder den Aktienindex nicht schlagen kann. Was aber noch interessanter ist: viele Studien können auch keine statistisch signifikante Gruppe von Marktteilnehmern feststellen (also mehr, als rein zufällig zu erwarten ist), die dauerhaft den Gesamtmarkt schlagen.
Eine Begründung, warum die Märkte nicht effizient sind und deshalb Überrenditen möglich sein müssten, wird in der Börsenpsychologie gesehen. Viele Menschen glauben, dass Marktteilnehmer nicht nur rational entscheiden, sondern auch von ihren Gefühlen wie Angst und Gier bei Kauf- und Verkaufentscheidungen geleitet werden. Die Theorie der Behavioral finance untersucht und begründet diese irrationalen Entscheidungen. Ein Beispiel für ein Preisentwicklung, die im Rückblick aus Sicht der Fundamentalanalyse und Börsenpsychologie wohl mit hoher Wahrscheinlichkeit als Beleg für irrationale Marktentwicklunge gesehen werden kann, ist die Entwicklung des Neuen Marktes (Nemax-Index) im Zuge der Interneteuphorie und des Einbruchs nach 2000.